Scholle

Was macht der Mensch in dieser Welt,
wenn er sich nicht hinterlassen kann?
Er kultiviert seine Spuren im Antlitz seiner Tage,

und schürft wie mit einem Pflug die Scholle auf der er lebt.
Doch das Leben selbst ist der Boden den er pflügt,
für eine reichhaltige Ernte.

Während er ergraut, füllt sein Tun das Land mit Farben.

Bedenke dies, es ist kein Privileg von Alchimisten,
die Welt in ihren Glanz zu hüllen!

Die Patina der Zeit, ist des Menschen Hand.

Dieb

Worte, ihrer Bedeutung beraubt.
Der Dieb geht mit seiner Beute

auf dunklen Pfaden.

„Meine Worte hören mich!“

… und ich schweige!

Ist das atmen

Ist das atmen?, wenn alles atmen Stille stört,
und ist das Leben?, wenn lebendig endet,
was zu Leben sich erst wendet?

Können wir alle Schwingen öffnen,
alle Flügel breit,
das Wasser bedecken, einer Brücke weit,

so das wir gehen und kommen
durch den Raum und durch die Zeit?

Oder geht, der Augenblick im Fallen nur,
im Bodenlosen, entfernt aus Licht und Raum?
So sehen wir das Ferne, mit Augen,
wie aus einem Traum.

Und sind das Worte, die geformt,
wo aus Augen, Blicken, Tinte wird
aus bangem Warten, uns erhellt.

Wir gehen abseits, scheu.
Und gehen aufrecht, Neu.
Und flüstern Namen, in die Welt.

geborgte Sprache

Ich stunde meine Worte nur,
ein Aufschub, eine Frist.

Bitte nur, um Zeit,
die dahin fließt
wie ein kalter Strom.

Silbe um Silbe verstummt.
Geborgte Sprache, redet nicht