Bin

Bin Heimat und Nahrung
einer unbestimmten Rasse

Bin Mensch im Wesen
und Tier im Sinne

Bin lange gegangen
an den Ufern der Zeit

Bin Stimme und Werkzeug
vergessener Herkunft und Stand

Bin Laut und Ton, bin Stimme,
was vergangen ist, bleibt Stille

Bin gegangen und gekommen
und niemals dort und niemals hier

Bin Heimat und Nahrung,
ein unbestimmtes Wesen

Bin ein Licht,
im weiten Schwarz

Was der Geist sich zuweilen wünscht,
in seinen Lenden hält er träumend Wache …

An den Rand der Zeit

Man brachte mich an den Rand der Zeit,
wo ich verloren wurde, ohne Hinweis,
zu welcher Stunde und in welchem Land,
ich geboren wurde. So ging ich hinein,
in jenes Gewölbe der Welt, wo weder
Oben ist noch Unten, kein Vorne noch
ein Hinten. Nur gebogene Ansichten, von
Lehrern, die in Zahlen messen was mein
Auge erfassen soll und dem Verstand
erzählt. Alle Sinne waren taub und
Worte blieben stumm, vor lauter Staunen.

In der Ödnis der Erkenntnisse war ich
ein Wasser, auf der flachen See ein Wind,
auf totem Stein bin ich ein Moos geworden.
Aus trockenem Boden wuchs ich hinein
in den Tag und in die Nacht, nicht Schatten
und nicht Licht, weder Mensch noch Tier.
Und dann wurde ich gefangen und man brachte
mich zurück, an den Rand der Zeit und hoffte
ich ginge verloren im Gewölbe der Welt,
ohne Erinnerung. Doch meine Augen sprechen.

Wünsche

Und in allen Wünschen, steckt ein Fluch.

Worte ohne Wiederkehr!

Jahre

Jahre,
wir rechnen in Jahren unser Alter,
gehen über die Zeit,
wie über einen Teppich aus Tränen

Zeit,
wir rechnen Jahre am Lauf des Mondes,
atmen die Sonne, wie das Lachen eines Kindes

Alter,
wir sehen das Alter an den Worten,
die wir reduzieren, weil jeder Moment
unausgesprochen ist, bis ihn die Zeit ereilt,
in Reife und endgültig einzugehen,

in uns,
unsere Zeit, unsere Jahre
unser Alter

Zeitalter, es wird Zeit