Dieb

Worte, ihrer Bedeutung beraubt.
Der Dieb geht mit seiner Beute

auf dunklen Pfaden.

„Meine Worte hören mich!“

… und ich schweige!

Ist das atmen

Ist das atmen?, wenn alles atmen Stille stört,
und ist das Leben?, wenn lebendig endet,
was zu Leben sich erst wendet?

Können wir alle Schwingen öffnen,
alle Flügel breit,
das Wasser bedecken, einer Brücke weit,

so das wir gehen und kommen
durch den Raum und durch die Zeit?

Oder geht, der Augenblick im Fallen nur,
im Bodenlosen, entfernt aus Licht und Raum?
So sehen wir das Ferne, mit Augen,
wie aus einem Traum.

Und sind das Worte, die geformt,
wo aus Augen, Blicken, Tinte wird
aus bangem Warten, uns erhellt.

Wir gehen abseits, scheu.
Und gehen aufrecht, Neu.
Und flüstern Namen, in die Welt.

geborgte Sprache

Ich stunde meine Worte nur,
ein Aufschub, eine Frist.

Bitte nur, um Zeit,
die dahin fließt
wie ein kalter Strom.

Silbe um Silbe verstummt.
Geborgte Sprache, redet nicht

mit einem Auge

Anstatt zu klopfen an die Tür –
ein Blick durchs Schlüsselloch,

mit pochendem Herzen
und verbotenen Gedanken